FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses
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Editionsprojekt

Neu Edition FONTE
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So kein Mund aussprechen kann", so lautet der Titel des ersten Bandes der Edition FONTE, die - paradoxerweise - sehr vieles auszusprechen plant. Gefunden dafür hat sie den Wehrhahn-Verlag in Hannover, der schon seit längerem über ein renommiertes Programm bedeutender Barock- und Aufklärungsliteratur verfügt und in Person von Matthias Wehrhahn die notwendige Sachkunde und eine unvermittelte Begeisterung für ein solches historisches Projekt mitbringt.

Wer wird sprechen? In dieser Edition FONTE wird es eine bunte Reihe sein von Autorinnen jeden Alters und gesellschaftlichen Standes, jeder Wesensart und Bildung: Lyrikerinnen, Verfasserinnen von Prosaliteratur, Theaterstücken, Reisenotizen, Essays, Briefstellerinnen e tutti quanti - die im deutschsprachigen Raum geistes- und kultur-geschichtlich die Epochen des Barock bis zur (Spät-)Aufklärung mitgestalteten.

Warum diese Reihe? Weil Texte, auch fiktionale, Wissen enthalten - ein Wissen, das sich zwar nicht aufdrängt, aber gleichsam zwischen den Zeilen lesbar wird - abgesehen von den bedienten Genres wie Briefen, Reisenotizen, Gelegenheitsgedichten, die mit expliziten Informationen, Daten, Orten, Zuständen unter der Hand zu historischen Dokumentationen werden.
Aber auch weil uns diese Texte mit gedanklicher Originalität und poetischer Kreativität begegnen, sie anregen, faszinieren und zu denken geben können. Gerade weil Autorinnen, denen das Schreiben noch vielfach verwehrt oder unzugänglich war, immer ein wenig 'anders' schreiben, 'trotzdem' schreiben, andere als übliche Schreibweisen entwickeln, um ihrem schöpferischen Impuls Ausdruck zu verleihen.

Die Reihe beginnt mit: Barocklyrik von Frauen. Eine Anthologie hg. von Christian Wiebe und Zozan Karabulut -  Karoline Ludecus: Johanne Gray. Hg. André Georgi -  Engel Christine Westphalen: Charlotte Corday. Hg. André Georgi -  Charlotte Sophie Gräfin von Bentinck, geb. Reichsgräfin von Aldenburg: Briefe und Reisenotizen. Hg. Christina Randig.
Reihen-Herausgeberin: FONTE-Stiftung unter der Leitung von Renate Kroll
renate.kroll@romanistik.hu-berlin.de

 

Reihe: Femmes de Lettres. Autorinnen im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts

Die FONTE-Stiftung gibt im Secession-Verlag Berlin eine Buchreihe heraus über Autorinnen im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts.

Diese Reihe setzt sich zum Ziel, die bis heute mehr oder weniger nur in Fachkreisen bekannten Autorinnen europäischer Herkunft (Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, England, Spanien, Russland usw.) wieder sichtbar werden zu lassen – unabhängig davon, ob ihr Werk, das zu ihren Lebzeiten große Beachtung fand oder sogar ‚Bestseller’ war, Eingang in die offizielle Literaturgeschichte gefunden hat oder es bald in Vergessenheit geriet. Ein zentrales Anliegen wäre, diese Prosa (Memoiren, Traktate, Autobiografien, Briefromane, Romane) oder auch Lyrik und Theaterstücke im deutschsprachigen Raum vorzustellen und sie im literatur- und kulturhistorischen Kontext, das heißt auch in ihrer literarhistorischen Bedeutung zu sehen.

Die Reihe umfasst nicht nur faszinierende weitgehend unbekannt gebliebene Werke ‚vergessener’ Autorinnen, sondern auch Texte von Autorinnen (wie z.B. Lieselotte von der Pfalz, Madame de Pompadour, Madame de Sévigné, Anna Louisa Karschin, Sophie von la Roche oder Sor Juana Inés de la Cruz), die seit Jahren nicht mehr übersetzt und publiziert worden sind.

Mit dieser Präsentation soll der Kanon der europäischen Literatur (worunter sich anerkannte ‚Weltliteratur’ befindet), vervollständigt werden. Darüber hinaus werden Werke vorgestellt, die nicht nur von literarhistorischer und literarästhetischer Bedeutung sind, sondern die mit ihren Stoffen und Themen bis heute nicht an Aktualität verloren haben.

Die Reihe ist im Jahr 2019 gestartet mit der Herausgabe des Gesamtwerks von Louise Labé, in der Übersetzung von Monika Fahrenbach, mit einem Nachwort von Elisabeth Schulze-Witzenrath sowie mit einer von Astrid Dröse besorgten Auswahl von Schriften der Christiana Mariana von Ziegler, mit einem Nachwort ebenfalls von Astrid Dröse. Im März 2020 ist der Briefroman der Francoise de Grafigny erschienen (Übersetzung und Nachwort von Renate Kroll); es folgen eine von Corinna Dziudzia besorgte Textauswahl des lyrischen und epischen Werks der Sidonia Hedwig Zäunemann, eine Auswahl von Novellen der María de Zayas (Übersetzung und Nachwort von Dirk Brunke und Corinna Albert), sodann Briefe und Erziehungsschriften der Louise d’Épinay und weiterhin deutsche, englische und italienische Autorinnen.

 

Die Textausgaben sollten auf 160 – 180 Seiten begrenzt sein und von einem etwa zehn-seitigen Kommentar begleitet werden.

Interessent_innen mögen sich bitte mit Renate Kroll und/oder Joachim von Zepelin in Verbindung setzen (renate.kroll@romanistik.hu-berlin.de; zepelin@secession-verlag.com).

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Femmes de Lettres, Bd. 1

Louise Labé
Torheit und Liebe – Werkausgabe
(Evvres de Louize Labé Lionnoize)
Deutsch-Französische Ausgabe
Aus dem Mittelfranzösischen übersetzt von Monika Fahrenbach-Wachendorff
Mit einem Nachwort
von Elisabeth Schulze-Witzenrath
208 Seiten, gebunden, € 20.00

Femmes de Lettres Bd. 2

Christiana Mariana von Ziegler
Moralische und vermischte Sendschreiben –
Ausgewählte Texte
Herausgegeben von Astrid Dröse
unter Mitarbeit von Marisa Irawan
238 Seiten, gebunden, € 20.00

Femmes de Lettres Bd.3

Françoise de Grafigny
Briefe einer Peruanerin
(Lettres d'une Péruvienne)
Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort von Renate Kroll
180 Seiten, gebunden, € 20.00

Femmes de Lettres Bd. 4

Sidonia Hedwig Zäunemann
Feder in der Hand, Degen in der Faust
Ausgewählte Schriften

Herausgegeben und mit einem Nachwort
versehen von Corinna Dziudzia

212 Seiten, gebunden, € 20.00

Femmes de Lettres Bd. 5

Sibylla Schwarz
Ich fliege Himmel an, mit ungezähmten Pferden
Ausgewählte Werke

Herausgegeben und mit einem Nachwort von
Gudrun Weiland

240 Seiten, gebunden, € 20.00

Femmes de Lettres Bd. 6

María de Zayas y Sotomayor
Enttäuschte Liebe
Zwei Novellen

Aus dem Spanischen übersetzt
und mit einem Nachwort von

Corinna Albert und Dirk Brunke
Erscheint im Herbst 2021